Wie man das alles liest
Fast jeder Artikel hier endet mit demselben Abschnitt: „Wie gut belegt ist das?“ Was dort steht, ist ohne ein paar Begriffe schwer zu gewichten. Dieses Kapitel liefert sie nach.
Weil der Unterschied selten dabeisteht
„Studien zeigen“ steht über sehr verschiedenen Dingen. Über einer Befragung von 40 Personen genauso wie über einer Auswertung von 200 Untersuchungen. Über einem Zusammenhang genauso wie über einem Effekt, der einer Zuteilung standgehalten hat.
Wer diesen Unterschied nicht sieht, ist auf das Vertrauen in denjenigen angewiesen, der die Behauptung aufstellt. Genau das soll hier nicht nötig sein.
Was du an jeder Zahl prüfen kannst
Wie ist untersucht worden? Die Bauart entscheidet, wie viel ein Befund trägt - und ob überhaupt eine Ursache behauptet werden darf.
Ist es wiederholt worden? Ein einzelner Befund ist ein Anfang. Getragen wird er erst, wenn andere ihn unabhängig noch einmal finden.
Wie viel ist es? „Wirksam“ sagt nichts über die Größe. Erst der Vergleich mit anderen Effekten macht eine Zahl greifbar.
Verglichen womit? Gegen eine Warteliste sieht fast alles gut aus. Gegen ein anderes aktives Angebot bleibt oft weniger übrig - und das ist die ehrlichere Zahl.
Das Handwerkszeug
Vier Artikel zum Handwerk und einer zu Behauptungen, die sich hartnäckig halten, obwohl nie etwas dahinterstand.
Eine Studie ist kein Beweis
Wie stark ein Befund ist, entscheidet die Bauart der Studie - ob er trägt, zeigt erst die unabhängige Wiederholung.
LesenKorrelation ist nicht Kausalität
Warum aus einem Zusammenhang keine Ursache folgt - und was stattdessen darüber entscheidet: der Aufbau der Untersuchung.
LesenWas eine Meta-Analyse anders macht
Nach festen Regeln gesucht, bewertet und zusammengefasst - und woran sich eine gute Übersichtsarbeit erkennen lässt.
LesenWie groß ist ein „mittlerer Effekt“?
Was „klein“, „mittel“ und „groß“ wirklich sagen - und acht Effektstärken aus Medizin und Alltag zum Vergleich daneben.
LesenBerühmt, aber unbelegt
Reptiliengehirn, Stresskurve, 7 Säulen der Resilienz, Willenskraft, Gehirntraining, Gedankenleere und Polyvagal-Theorie - mit Quellen eingeordnet.
LesenWo das gebraucht wird
Am ehesten dort, wo es um Wirkung geht: Was Achtsamkeit belegbar leistet, wie groß die Effekte sind und wo die Belege dünn werden.