Fokus
Die Aufmerksamkeit sammeln, halten und bewusst weiterlenken.
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Achtsamkeit ist eine trainierbare Fähigkeit: wahrzunehmen, was gerade ist - und die eigenen Urteile darüber zu bemerken, bevor man ihnen automatisch folgt.
Achtsamkeit ist keine völlig neue oder fremde Fähigkeit. Momente bewusster Gegenwärtigkeit kennt jeder Mensch. Die Übung hilft, diesen Umgang mit der eigenen Erfahrung häufiger und verlässlicher verfügbar zu machen.
Die traditionellen Definitionen von Achtsamkeit finde ich wenig hilfreich, solange man noch keine Erfahrung mit dem Thema hat - sie bleiben abstrakt. Mir geht es beim Anleiten der Übungen immer auch darum, verständlich zu machen, was dabei passiert und warum es wirkt. Im Kurs bringe ich Achtsamkeit deshalb gern auf drei Qualitäten, die sich verstehen und üben lassen:
Die Aufmerksamkeit sammeln, halten und bewusst weiterlenken.
Genau bemerken, was gerade da ist - ein Gedanke, ein Gefühl, eine Empfindung im Körper.
Mit etwas Abstand dabeibleiben - das Angenehme nicht festhalten, das Unangenehme nicht wegdrücken.
Dieser Abstand entsteht nicht durchs Reden oder Lesen darüber, sondern wächst mit der Übung. Nach einer Weile bemerkt man zum Beispiel, wie sich Ärger im Körper und in Gedanken zeigt - und dass man ihn zwar deutlich wahrnimmt, aber nicht der Ärger ist. Dann muss man ihm nicht mehr automatisch folgen.
Achtsamkeit ist keine Technik, die man sich beibringt. Sie ist ein Modus, den wir alle kennen - wir sind nur selten darin. Geübt wird also, wie oft wir in ihn zurückfinden.
Der Geist arbeitet in zwei Grundmodi. Achtsamkeit heißt nicht, das Tun abzuschalten - sondern bewusst wechseln zu können, statt unbemerkt im Grübeln festzustecken. Sechs Dimensionen, in denen sich die beiden unterscheiden.
Der Modus des Tuns löst Probleme, indem er die Lücke zwischen Ist und Soll bearbeitet.
Der Modus des Seins lässt das Erleben da sein, wie es ist - kein Nichtstun, eine andere Art, präsent zu sein.
Wenn wir unsere Kämpfe loslassen und unser Herz für die Dinge öffnen, wie sie sind, kommen wir im gegenwärtigen Augenblick zur Ruhe.
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